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Der
Errichter und jetziger Direktor des Von Laun-Instituts, Dr. J.D.J.
Buve, wird in seinem Denken von der Idee geleitet, dass die Metaphysik
nicht neu erfunden werden muss, um mit den ohne Weiteres überzeugenden
Ergebnissen der heutigen Wissenschaft konkurrieren zu können. Dafür
braucht man nur genau zu untersuchen, wie Metaphysik ursprünglich
entstanden ist, und was ihre Urheber veranlasst haben könnte, durchgehend
die Absurdität einer zweiten Wirklichkeit als für die Demokratie
unmittelbar relevant zu befürworten. Dieser Dualismus, der im Ansatz
sowohl im antiken, wie im modernen westlichen philosophischen Denken
eine so grosse Rolle spielt (ob als Spieler oder als Gegenspieler),
wird in Buves Denken als eine mit der Demokratie original verbundene
Gegebenheit betrachtet, der weder von der einen Wahrheit und Wirklichkeit
abgeleitet noch darauf zurückgeführt werden kann und darf.
Buve
meint, dass die als Bedingung der Demokratie verstandene Verdoppelung
der Wirklichkeit immer dann unverzichtbar ist, wenn die Wirkung
der Prinzipien der Demokratie in den täglichen Entscheidungsprozesse
des gesellschaftlichen und politischen Lebens mit der überwältigende
Evidenz der sinnlich erfahrbaren Fakten adäquat konkurrieren soll.
Gebannt von der Objektivität, die mit dem sinnlichen Wahrnehmen
verbunden ist, haben wir die Neigung die Wirklichkeit der von der
Demokratie geforderten Prinzipien als im Vergleich weniger objektiv
und folglich als wissenschaftlich minderwertig anzusehen. Dadurch
kommen diese Prinzipien zu Unrecht in Verdrückung und können bei
sehr vielen wichtigen Entscheidungen ungenügend zur Geltung kommen.
Es überwiegt dann der kausal‑physischen Zusammenhang der Dingen
und die damit gegebene Manipulierbarkeit, und es fehlt die notwendige
Gleichwertigkeit dieser sinnlich erfassbaren Wirklichkeit mit der
Wirklichkeit der Prinzipien.
Das
führt bei Buve zu der Auffassung, dass wir auf zwei gegenseitig
nicht beeinflussbare und einander ausschliessende Wahrheitskriterien
angewiesen sind, wenn wir verhindern möchten, dass die Demokratie
an der sie ungeschützt unterminierende Rationalität der Wissenschaften
und der Technik ausgeliefert wird. Nur in der Entscheidung sind
wir in der Lage, die beiden Wirklichkeiten mit einander zu versöhnen.
Diese Versöhnung gibt es nur im Prozess selbst des intellektuell
ehrlichen Abwägens, nicht im Ergebnis, denn die Doppeltheit der
Wirklichkeit ist unaufhebbar: Wenn wir uns entscheiden, entscheiden
wir uns notwendig für eine der beiden Wirklichkeiten. Und diese
Abwägung kann nur authentisch sein, wenn sie unvorhersagbar ist.
Und unvorhersagbar ist sie nur, wenn die beiden Wirklichkeiten absolut
gleichwertig sind.
Publikationen:
Macht
und Sein. Metaphysik als Kritik oder die Grenzen der Skepsis,
Junghans Verlag, Cuxhaven, 1991,
ISBN
3-926848-17-0
und
Metafysisch
Manifest. Nieuw zicht op wetenschap, godsdienst en moraal, Damon,
Best, 1996,
ISBN
90-5573-361-X
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